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Refugee Lullaby

Ronit Kertsner | AT/IL 2019 | 73 min
Mit: Hans Breuer, Verena Krausneker, Mingo Georgi, Louis Georgi, Rosa Georgi, Efe Turumtay, Nikola Zaric
Kinostart: 4.10.2019

Ein Mann singt einer arabischen Familie, die er durch Ungarn an die österreichische Grenze fĂ€hrt, ein jiddisches Lied vor. Beim „Jam-dari-dari“ stimmen die jungen FlĂŒchtlinge mit ein. Das Video davon verbreitet sich viral im Netz. Die israelische Filmemacherin Ronit Kerstner wollte wissen, wer dieser Mann ist – und hat ĂŒber den österreichischen Wanderhirten Hans Breuer die Doku REFUGEE LULLABY gedreht.

»Ein Film, der einem das Herz bricht – und zugleich wieder zusammensetzt.« TT

Hans Breuer ist eine außergewöhnliche Figur: Er hĂŒtet Schafe und singt dabei jiddische Lieder. Über mehrere Monate hinweg begleitete die israelische Filmemacherin Ronit Kertsner den letzten Wanderhirten Österreichs, als dieser sich im Herbst 2015 immer wieder an die ungarische Grenze aufmachte, um GeflĂŒchtete zu unterstĂŒtzen. Refugee Lullaby ist ein Film ĂŒber ein ungewöhnliches Lebenskonzept, berĂŒhrende Begegnungen und hingebungsvolle SolidaritĂ€t.

Liebevoll hilft Hans Breuer einem erst wenige Stunden alten Lamm auf die zittrigen Beine. Umgeben von einer blökenden Herde stimmt der SchĂ€fer leise eine Melodie an. Dieser Mann fĂŒhrt ein außergewöhnliches Leben: Als letzter WanderschĂ€fer Österreichs zog er jahrelang quer durch die österreichischen Alpen – er hĂŒtet Schafe und singt dabei jiddische Lieder. Ronit Kertsner erzĂ€hlt in Refugee Lullaby nicht nur von einem besonderen Lebenskonzept, sondern auch von Begegnungen voller Hilfsbereitschaft und SolidaritĂ€t in jĂŒngster Vergangenheit: Über mehrere Monate hinweg begleitete die israelische Filmemacherin den WanderschĂ€fer, als dieser sich im Herbst 2015 immer wieder an die ungarische Grenze aufmachte, um geflĂŒchtete Menschen zu unterstĂŒtzen. Der Film folgt den steten Bewegungen seines Protagonisten und zeichnet mit jedem Schritt deutlichere Konturen eines Wanderers zwischen den Kulturen, der als Aussteiger ein bescheidenes Leben auf dem Land fĂŒhrt und sich hingebungsvoll und selbstlos wieder in die Gesellschaft einklinkt, wenn andere Hilfe brauchen.

Unaufdringlich, aber stets aufmerksam hört Ronit Kertsner zu, wenn Hans Breuer von der kommunistischen Mutter – einer der WiderstandskĂ€mpferinnen aus dem österreichischen Dokumentarfilm KĂŒchengesprĂ€che mit Rebellinnen (1984) –, vom jĂŒdischen Vater, vom Aufwachsen in Österreich, von antifaschistischem Grundkonsens und von der erst spĂ€t entdeckten Liebe zur jiddischen Musik erzĂ€hlt. Aus diskreter NĂ€he beobachtet die Kamera Breuers anrĂŒhrende Begegnungen mit Menschen in provisorischen UnterkĂŒnften an der Grenze, entspannte WeidengĂ€nge mit seiner Lebenspartnerin und den beiden Kindern oder den Besuch zweier afghanischer Familien, die zu Freunden geworden sind. Dennoch ist der Film mehr als bloßes PortrĂ€t: Geschickt laufen die ErzĂ€hlfĂ€den hier und da weiter – bei Breuers Nichte Verena Krausneker etwa, der MitbegrĂŒnderin des Wiener Vereins Shalom Alaikum, der sich vor allem um GeflĂŒchtete aus muslimischen LĂ€ndern kĂŒmmert. So blickt Refugee Lullaby auf ein solidarisches Miteinander – und ĂŒberall taucht sie auf: diese berĂŒhrende Musik, die bekanntlich dazu imstande ist, alle Grenzen zu ĂŒberwinden.

Mehrsprachige Originalfassung (fremdsprachige Teile deutsch untertitelt)

»Breuers temporĂ€re Vision vom Paradies lĂ€dt zum TrĂ€umen darĂŒber ein, dass es außerhalb der TretmĂŒhle auch noch andere Arten zu leben gibt.« – ORF.at

»Ein Film, der einem das Herz bricht – und zugleich wieder zusammensetzt.« TT

»Menschlichkeit zum Niederknien« – TT

»Ein herzzerreißendes PlĂ€doyer fĂŒr das Miteinander.« – Kleine Zeitung